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Diese Schallplatte ist verbindlich für das Musikhören der Klassen 7 und 8. Sie enthält Werke, die den Forderungen des Lehrplans (1972) entsprechen und ergänzt die Aufnahmen der SCHOLA S 4, S 8, S 9, S 28.
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Mansfelder Oratorium (Ausschnitte) (Klasse 8, Stoffeinheit 7) Worte: Stephan Hermlin; Musik: Ernst H, Meyer Solistenvereinigung des Deutschlandsenders und Großer Chor des Berliner Rundfunks; Berliner Rundfunk-Sinfonie-Orchester Robert Trösch, Sprecher; Gerhard Unger, Tenor; Gerhard Frei, Baß; Leitung: Helmut Koch
Im „Mansfelder Oratorium", 1950 anläßlich der 750-Jahrfeier des
Mansfelder Kupferbergbaus entstanden und von der Vereinigung
volkseigener Betriebe Mansfeld in Auftrag gegeben, greifen Stephan
Hermlin und Ernst H. Meyer eine Gattung auf, die eine große
Tradition besitzt.
Ursprünglich geistlichen Zwecken dienend, erreichte das Oratorium im 18. Jh. durch die künstlerische Gestaltung der kämpferischen Ideen des aufstrebenden Bürgertums seinen ersten Höhepunkt. G. F. Händel (1685-1759) schuf Oratorien von wahrer Volksverbundenheit, durchdrungen von den demokratischen Elementen der englischen bürgerlichen Revolution und den Ideen der Aufklärung.
Einen weiteren Höhepunkt erreichte diese Gattung durch J. Haydn (1732—1809). Im Oratorium „Die Jahreszeiten", in dem von einfachen Menschen und ihren Beziehungen zur Natur berichtet wird, stellt Haydn der aristokratischen Welt das ungekünstelte und natürliche Wesen der ländlichen Bevölkerung gegenüber. Während die Auftraggeber derartiger Kunstwerke in früheren Zeiten überwiegend geistliche und weltliche Fürsten waren, wendet sich beim „Mansfelder Oratorium" der „Held des Geschehens", die Arbeiterklasse, im Jahre der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik selbst mit dem Auftrag an den Schriftsteller Stephan Hermlin und den Komponisten Ernst H. Meyer. Und so entstand, in engem Zusammenwirken zwischen Auftraggeber, Schriftsteller und Komponist ein sozialistisches Kunstwerk, das das Orato->. rium nicht nur für unsere heutige Zeit wiedergewann, sondern es zugleich zu einem neuen künstlerischen Höhepunkt führte. In einer Reihe von Bildern wird die Lage und der Kampf der Mansfelder Schieferkumpel in den einzelnen geschichtlichen Etappen der . 750 Jahre in künstlerischer Einheit von Dichtung und Musik dargestellt. In seiner an die deutschen Traditionen anknüpfenden musikalischen Sprache zeichnet Ernst H. Meyer die Geschichte nach, verwendet die Intonation des deutschen Volksliedes und des Chorals ebenso, wie die in den Tagen der Märzkämpfe im Mansfelder Raum entstandenen Arbeiterlieder.
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Die Einleitung (Nr. 1 - diese Angaben beziehen sich auf den Klavierauszug) beginnt mit einem Orchestervorspiel, in dem, gewissermaßen als Vorwegnahme, ein strahlend sieghaftes Trompetensignal vorherrschend ist. Danach berichtet der Sprecher über die Anfänge des Kupferschiefer-Bergbaus im Mansfelder Gebiet.
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Im gemischten Chor „Wie solln wir dich empfangen, du sehr begehrter Fund?", (Nr. 2), der vom Komponisten „sehr ruhig, aber ohne Sentimentalität" überschrieben ist, berichten die Bergleute einerseits von ihrer Arbeit, andererseits aber auch von der sozialen Ungerechtigkeit — „den Grafen wird das Lehen, den Berggeselln die Fron". Die in der Orchestereinleitung spürbare Steigerung (Trompetensignal) wird am Ende des Chorsatzes vom Komponisten wieder aufgegriffen, „Gott hat's so zugemessen. Wie es im Buche steht, von Wen'gen sei bemessen auch noch der Wind der weht".
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Der hohe Grad der Ausbeutung, dem die Schieferknappen unterliegen, wird in dem packend realistischen Tenor-Solo „Die Knappen, die die Schiefern schürfen" (Nr. 4) besungen. Neben der harten Arbeit im Bergwerk müssen die Knappen auch noch die Steuern für „den Herren über Feld und Wald und Kreatur" aufbringen, „denn Krieg, Jagd und Bankett, das stellt sich teuer". Die hohe Lage der Singstimme in der letzten Zeile klingt wie ein Aufschrei und nimmt durch die Verwendung von Dissonanzen und Synkopen in der Begleitung einen drohenden Charakter an.
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Jahrhunderte später wird sich die Arbeiterklasse ihrer Kraft bewußt, hört die Stimme Lenins, die vom Osten herüberdringt und vernimmt den weltumspannenden Ruf: „An alle!" In dem zum Teil doppelt geführten Chorsatz „Es drang von Osten herüber" (Nr. 38) wird der Forderung nach Beendigung des ersten Weltkrieges und der Beseitigung der Herren dieses Krieges in dissonanten Akkorden Nachdruck verliehen.
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Doch noch ist die Reaktion stärker. In den Kämpfen der Jahre nach dem ersten Weltkrieg fließt Arbeiterblut. Eines der Opfer ist Fritz Weineck, der kleine Trompeter. Im pianissimo, nur von Akkordeon, Pikkoloflöte, Celli und Kontrabässen ausgeführt, erklingt die damals schnell populär gewordene Melodie vom kleinen Trompeter (Nr. 39 a) und leitet über zum Bariton-Solo „Der Kumpel aus dem Schacht"
(Nr. 39 b), in dem die noch immer fehlende Einheit der Arbeiterklasse im Kampf gegen den Imperialismus zum Ausdruck kommt: „Spartakus auf Barrikaden und Straßen stand von seinen Brüdern verlassen . .." Dieser nachdringlichen Forderung im fortissimo folgt verhalten und doch bestimmt: „Dem Karl Liebknecht haben wirs geschworen."
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Im Tenor-Solo und durch den Männerchor „Noch einmal im März ist's gewesen" (Nr. 41) wird noch einmal der Märzgefallenen und der „Tränen von Gräbers und Bitterfeld" gedacht. Leise verklingt das Lied vom kleinen Trompeter.
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Aber der revolutionäre Geist der Arbeiterklasse wurde auch in der Nacht des Faschismus nicht zerschlagen. Die Fahne von Kriwoj-Rog wurde zum Symbol proletarischen Heldentums und das gerettete Lenindenkmal in Eisleben zur Manifestation einer unzerstörbaren Freundschaft mit der Sowjetunion. „Denn das Werk ward unser, und es wird uns kein Feind die Zukunft nehmen" (Nr. 53). Nach einer gewaltigen Steigerung bricht der Chorsatz plötzlich ab. Im breiten A-cappella-Satz erklingt, gleichsam einem Schwur: „Sie wird immer sein!" Der jahrhundertelange Kampf um ein schöneres Leben hat sich gelohnt. Im strahlenden C-Dur klingt das Werk aus: „VVB Mansfeld. Vorwärts!"
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Auf, auf, zum Kampf (Kl. 8, STE 7)
Worte: anonym — Melodie: nach dem Soldatenlied „Auf, auf, zum Kampf" — Chor und Instrumentalgruppe des Republikensembles der Deutschen Volkspolizei; Leitung: Wolfgang Goldhan In den Januarkämpfen des Jahres 1919 wurden Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg durch die Konterrevolution in Berlin ermordet. Kurz nach der Verübung dieses Verbrechens entstand dieses Lied als Anklage gegen den feigen Mord, aber auch als Schwur, diese Tat nicht ungesühnt, zu lassen. Das Lied gehört seitdem zu den bekanntesten deutschen Arbeiterliedern. Ernst H. Meyer zitiert die Melodie im „Mansfelder Oratorium".
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Bei Leuna sind viele gefallen (Kl. 8, STE 7)
Worte: anonym — Melodie: nach dem Soldatenlied „In Frankreich sind viele gefallen" - Chor des Republikensembles der Deutschen Volkspolizei, kleines Orchester; Bearbeitung und Leitung: Heinz Arenz
Das Leuna-Lied war eines der bekanntesten und beliebtesten Arbeiterlieder in der Zeit der Weimarer Republik. Es ist aus den Kämpfen def deutschen Arbeiterklasse in den revolutionären Nach-kriegsjahfen hervorgegangen und aus dieser Zeit in vielen Varianten bekannt. Die vorliegende Fassung schildert die Klassenkämpfe der Jahre 1921 und 1923, bei denen besonders die Städte Leuna, Halle und Eisleben Brennpunkte der revolutionären Auseinandersetzung der Arbeiterklasse mit der Reichswehr und der Polizei waren. - Das ursprünglich im 3/i-Takt stehende Lied erklingt in der Aufnahme als Marschlied.
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Heimatland, reck deine Glieder (Thälmann-Lied) (Kl. 7, STE 2) Worte: Kuba — Musik: Eberhard Schmidt Chor der Gerhart-Hauptmann-Oberschule Wernigerode Orchester des Tanzensembles der DDR; Solist: Hermann Hähnel Leitung: Friedrich Krell
Eines der populärsten Massenlieder, das in unserer Republik entstand, ist zweifellos das „Thälmann-Lied". In ihm werden Kampf und Leiden des großen^ Arbeiterführers, des Vorbildes unserer Jugend, nachgezeichnet. Bereits kurz nach seinem Entstehen verbreitete es sich an Schulen und FDJ-Grundeinheiten und fand vor allem als Marschlied bei der Nationalen Volksarmee großen Anklang.
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Du hast ja ein Ziel vor den Augen (Kl. 7, STE 5) Worte und Musik: Louis Fürnberg — Kammerchor, Bereich Musikwissenschaft, Humboldt-Universität Berlin; Klaus Mehner, Klavier; Leitung: Peter Vagts.
Als Mitglied der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei gründete Louis Fürnberg 1932 in Prag die Arbeiterspielgruppe „Echo von links","für die er zahlreiche Agitprop-Lieder und -Texte schrieb. Bereits vor seiner Übersiedlung nach Weimar (1954) wurde bei uns sein Lied „Du hast ja ein Ziel vor den Augen" bekannt. Es verbreitete sich schnell und wurde zu einem der beliebtesten Lieder der FDJ. Das im Laufe der Jahre besonders textlich vielfach umgesungene Lied erklingt hier in der Originalfassung Fürnbergs.
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Carpe diem (Kl. 7, STE 5) Worte und Musik: Bernd Watther Bernd Walther und die „gruppe pasaremos" Dresden Die Singebewegung der Freien Deutschen Jugend setzt mit ihrem Schaffen die Traditionen des deutschen Arbeiter- und Jugendliedes fort. Dabei werden die Aussagen zu unserer sozialistischen Gegenwart durch Jugend- und zeitgemäße musikalische Mittel unterstützt und überzeugend gestaltet. Carpe diem - nutze den Tag, „denn unsre alte Erde soll der Stern des Friedens sein!"
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Wir lieben der Heimat Wälder (russisch) (Kl. 7, STE 6) Worte: Lew Oschanin - Musik; Alexandra Pachmutowa Ensemble für Lieder und Tänze der in der DDR stationierten sowjetischen Streitkräfte; Leitung: Oberst Soren Isaakowitsch A. Pachmutowa ist eine der vielen komponierenden Frauen in der Sowjetunion. Im „Lied von der unruhvollen Jugend" knüpft sie intonationsmäßig an die russische Folklore an. Nach einem fanfarenartigen Trompetensignal besingt der Chor im verhaltenen piano die Schönheiten des Sowjetlandes. Ähnlich wie im Lied „Durchs Gebirge, durch die Steppen" erfährt die Melodie in der vierten Strophe eine Steigerung zum fortissimo, um in der letzten Strophe im pianissimo zu verklingen: „Durchstreift die Fernen! Kein Sturm hält uns zurück. Im Flug zu den Sternen baun wir unsrer Heimat Glück."
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Keiner plagt sich gerne (Kl. 8, STE 1) Worte: Bertolt Brecht-Musik: Paul Dessau Jugendchor der DDR; Instrumentalgruppe Bearbeitung und Leitung: Hans Sandig
Bertolt Brecht schrieb sein „Aufbaulied" im Jahre 1947. Mit Paul Dessaus Melodie wurde es nach der Zerschlagung des Faschismus durch die Sowjetarmee zu einem der ersten Jugendlieder bei uns. Die mitreißende Aussage des Liedes wird durch den Unisono-Gesang des gemischten Jugendchores unterstrichen. Damit sollen die Geschlossenheit und die Kraft der Jugend dokumentiert werden.
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Weil wir jung sind, ist die Welt so schön (Kl. 8, STE 1) Worte: Gerhard Wolfram — Musik: Joachim Werzlau Rundfunk-Jugendchor Leipzig; Großes Rundfunkorchester Leipzig Leitung: Hans Sandig
Dieses Lied gehört neben dem „Marsch der Freundschaft" zu den populärsten Kompositionen, die Joachim Werzlau für die Jugend schrieb. Die heitere und vorwärtsdrängende Melodie unterstützt die textliche Aussage. Besonders im Mittelteil (dem Trio eines Instrumentalmarsches) kommt der Schwung und der Elan der Jugend beim Aufbau einer neuen, jungen Welt deutlich zum Ausdruck: „Glaubt, nur wer wagt, der gewinnt! Wir gehn vorwärts! Kommt mit!"
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Tapfer lacht die junge Garde (Kl. 8, STE 1) Worte: Kuba - Musik: Andre Asriel Chor und Orchester des Erich-Weinert-Ensembles Paul Fach, Bariton; Leitung: Siegfried Enders
Für die bewaffneten Organe unserer jungen Republik schrieben Kuba und Asriel eine Reihe Lieder, die heute besonders vom Erich-Weinert-Ensemble der Nationalen Volksarmee gepflegt werden. Sie sind gekennzeichnet von einer mitreißenden Lebensbejahung und der Entschlossenheit, unsere sozialistische Republik gegen alle Anschläge zu verteidigen und eine Welt in Frieden und Völkerfreundschaft aufzubauen.
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Sing, Soldat, sing (russisch) (Kl. 8, STE 8) Worte: L. Nekrasowa - Musik: M. A. Doluchanjan Christel Schulze, Gesang; Klaus Schneider, Gesang und Gitarre In diesem innigen sowjetischen Lied besingt ein Mädchen seine Sehnsucht nach ihm, dem „Mann mit dem Gewehr" und hofft, daß auch er „bei der Rast im grünen Gras" von seinen Träumen singt, wie es in der deutschen Nachdichtung von Fritz Jüttner heißt: „Sing, Soldat, sing vom Haus, zu dem's dich zieht! Sing, Soldat, sing! Auch dort hört man dein Lied. Seinem Haus hat Ruhm gebracht, wer sein Vaterland bewacht. Sing, Soldat, wir singen mit!"
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Sag mir, wo du stehst (Kl. 8, STE 8) Worte und Musik: Hartmut König Uwe Hartwig und der Oktober-Klub Berlin Thomas Natschinski mit seiner Gruppe
Dieses Lied gehört wohl zu den populärsten Kompositionen, die aus der Singebewegung der Freien Deutschen Jugend hervorgegangen sind. Der harte Gitarrensound verdeutlicht die konkrete Frage nach dem Standpunkt jedes einzelnen, unterstützt die Forderung, sich zu entscheiden und den Weg nach vorn zu finden. Hartmut König, Textautor, Komponist und oft auch Interpret, knüpft mit diesem Lied an die Tradition des deutschen Arbeiterjugendliedes an.
Günter Bündig
Redaktion: Inge Thiele, APW der DDR Künstlerische Beratung: Dagmar Vorwerk Tonregie: Eberhard Richter Grafische Gestaltung: Isa Salomon Foto: Oktober-Klub Berlin (Zentralbild)
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VEB DEUTSCHE SCHALLPLATTEN BERLIN DDR
Verpackung nach TGL 10609
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leider ist die Platte recht zerkratzt.
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